Am 8. März ist wieder Weltfrauentag.
Ohne Frage, ein wichtiger Tag. (Und das nicht nur, weil er in Mecklenburg Vorpommern mittlerweile ein Feiertag ist. Na, ja, fällt dieses Jahr auf einen Sonntag!)
Allerdings bin ich da sehr zwiegespalten, nach wie vor.
Es geht nicht darum, dass die Leistung der Frauen nicht gewürdigt werden soll. Oder dass sie schon genug gewürdigt werden würde.
Aber reicht da ein Tag und eine Blume zum Frauentag?
Wir haben mittlerweile 2026 und ich fühle mich manchmal rückversetzt in das Jahr 1975. (Und mit Blick auf Amerika sogar in der 18. oder 19. Jahrhundert, wenn man in Betracht zieht, dass es dort seit neuesten die Todesstrafe für Frauen gibt, die abtreiben. Dummerweise nicht zu unterscheiden von Frauen, die eine Missgeburt erleiden!)
Schaut man auf Presse, Fernsehen oder soziale Medien beschleicht mich das Gefühl, wir machen gerade Rückschritte.
Es tauchen vermehrt rechte Frauengruppen auf, die ziemlich offen rechtsradikale Äußerungen als Schutz für ihre Kinder bezeichnen. Trad-Wifes rühren verträumt in Kochtöpfen und preisen das Leben im Dienste für ihren hart arbeitenden Mann. Offizielle Frauenhasser wie ein Andrew Tate verzapfen ihren hassvollen Müll ungestraft vor einer riesigen Followerzahl.
Ich habe mich gefragt, braucht es Feminismus überhaupt noch? Oder ist er ein überholtes Relikt aus den Zeiten unserer Mütter oder Großmütter?
Umfragen von dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos haben rückständige Auffassungen zur Rollenverteilung in allen 29 einbezogenen Ländern ergeben. Am krassesten bei der GenZ.
Also wollen die jungen Menschen das alles nicht mehr?! Und junge Männer glauben sogar, dass sie jetzt gegenüber den Frauen diskriminiert werden?

Ich habe meine Top 10 zusammengestellt, warum es heute wichtiger denn je ist, dass wir die Themen Feminismus, Gleichstellung und Patriachat nicht aus den Augen verlieren.
Not all men!
Der quasi reflektorische Aufschrei von Männern UND Frauen, wenn wieder von Gewalttaten, Diskriminierungen gegen Frauen oder gar Femiziden berichtet wird. Es sind ja nicht alle Männer so!
Herrgotnochamal! Das wissen wir alle! Warum muss man es immer wieder erwähnen? (Das macht mich echt wütend!)
Wir wissen, dass es nicht alle Männer sind.
Aber was ist mit all den „Not all Men“, die schweigend daneben stehen, mitlachen über dumme Sprüche („Boah, die neue Kollegin würde ich ja auch gerne mal onboarden!“) oder sich im besten Falle fremdschämen, aber NICHTS sagen, machen oder eingreifen???
Was ist mit diesen Männern?
Trauen sie sich nicht aus Angst, dann womöglich als Weicheier, woke oder schwul angesehen zu werden?
Oder vertreten sie still und heimlich ebenfalls diese frauenfeindlichen Meinungen, trauen sich aber nicht, sie auch wirklich auszuleben?
Ich würde mir darauf wirklich Antworten wünschen und freue mich auf deine Kommentare unter info@unlimited-woman.com.
Wir brauchen die Unterstützung von Männern! Alleine schaffen wir es nicht. Und das macht den Feminismus so wichtig.
Wir brauchen Männer mit Haltung, die verstanden haben, dass die Privilegien, die ihnen ihre Vorväter mal eingerichtet haben, zwar bequem sind, sie heute allerdings nicht mehr weiterbringen. Und das eine erfüllende Partnerschaft auf Augenhöhe es wert ist, zum Beispiel den gleichen Anteil der Care-Work zu übernehmen.

Gewalt gegen Frauen
Jeden 3. Tag passiert ein Femizid in Deutschland, der dann als Familientragödie hingestellt wird.
Man spricht vom Affektstau, wenn ein 74-jähriger Mann seine Frau mit 20 Messerstichen tötet. (Das musst du erst mal hinkriegen!) Schließlich hat sie ihn ja verbal beleidigt! Der Arme! Eine Trennung stand natürlich nicht zur Debatte. Das ganze wurde dann mit 5,5 Jahre Gefängnis verurteilt. 5,5 Jahre für das Leben einer Frau!
Jede zweite Frau in Deutschland erlebt Gewalt, physisch oder psychisch, von ihrem Partner, Ex-Partner oder einem Mann aus ihrem Umfeld. Die Dunkelziffer ist sicher unfassbar höher. (Die Polizei redet von nahezu jeder Frau).
Man spricht vom „Familienvater“, der erst seine Kinder, seine Frau und dann sich umbringt. Klar, ohne ihn sollen die ja auch nicht mehr glücklich werden. Wo bitte ist das ein Familienvater?
Im Zuge der Epstein Files kam ein erneuter perfider Zug zum Tragen. Hier werden auf einmal kleine Mädchen in der Presse und in allen Berichten zu minderjährigen Frauen. Klingt doch für Männer schon gleich nicht mehr so schlimm. Da kann man doch Sex mit haben, oder?!
Der Gesetzgeber, vertreten durch überwiegend Männer, hat bis heute keine klaren Regeln durchgesetzt, die Frauen vor Gewalt durch Männer wirksam schützen. Erst wenn etwas passiert ist, kann die Polizei eingreifen. Vorher sind die rechtlichen Hände gebunden. Und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, solange alte weiße Männer das Sagen haben oder eine männliche GenZ heranwächst, die laut dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos zufolge die rückständigsten Auffassungen zur Rollenverteilung aufweist.

Täter-Opfer-Umkehr
Eine Frau wird im Straffall sofort beurteilt und auch verurteilt, ob sie denn etwas Falsches anhatte oder ob sie etwas Falsches gesagt oder getan hat oder ein NEIN nicht deutlich genug kommuniziert hat. Täter-Opfer-Umkehr in Reinkultur.
Bei jedem Femizid, dass heißt ein Mord an einer Frau, weil sie eben eine Frau ist, wird immer sofort gefragt, was SIE wohl getan hat, dass er sich so verhalten hat. Wie hat sie ihn so gereizt? Und vor allem wieso? Warum sah er keinen anderen Weg?
Viele Vergewaltigungen bleiben anklage- und straffrei, weil Frauen schlicht weg erleben, dass man ihnen nicht glaubt. Sie erhalten sofort eine Mitschuld wenn nicht die Alleinschuld aufgrund ihres Aussehens, ihrer Kleidung, ihres Verhaltens, dem Ort, an dem sie sich aufgehalten haben usw. Wer traut sich dann noch zur Polizei?
Gisèle Perlicot hat mit ihrem Verhalten unglaublich viel Mut bewiesen und es zum ersten mal laut geäußert: Die Scham muss sich umkehren! Nicht die Opfer müssen sich schämen, sondern die Täter!
Solange Männer wissen, dass sie straffrei davon kommen, wird sich nichts ändern. Wenn ein Gericht einen Medizinstudenten, Fachrichtung Gynäkologie (!), nach erwiesener Vergewaltigung straffrei ausgehen lässt, weil man ihm ja seine Zukunft nicht verbauen will, müssen wir uns nicht wundern als Frauen, dass wir immer vom Opfer zum „Täter“ gemacht werden.
Es gibt gerade haufenweise Videos im Netz mit Frauen zusammen mit ihren (großen!) Hunde. Denen wird Wurst oder Fleisch hingehalten und die Hunde greifen erst zu, wenn sie das klare OK ihres Frauchens bekommen. Spannend ist es, die Kommentare von Männern unter diesen Videos zu lesen.
Kann es wirklich sein, dass Männer weniger Selbstkontrolle haben, als ein Rottweiler?
Die Rolle der Väter
Wir reden immer wieder davon, dass Frauen ihre Söhne besser erziehen sollen, damit es in Zukunft besser wird.
Sehe ich auch so, keine Frage. Das Verhalten der Erwachsenen, egal ob Mann oder Frau, übt sich in der Kindheit.
Und das da bei der Erziehung von Jungen und Mädchen noch viel passieren darf ist klar.
Ich habe allerdings noch nie gehört, dass es heißt: VÄTER, erzieht eure Söhne besser!
Wo sind sie in dieser Gleichung?
Ein Vater bringt seiner Tochter bei, sich vor Männern zu schützen, weil ja angeblich alle das gleiche wollen! Sie wird von klein auf erzogen, Jungen oder Männern nicht zu trauen.
Zieh dich nicht provakant an, hab Pfefferspray dabei und den Schlüssen zwischen deinen Fingern, nimm nie einen Drink von einem Mann an und lass deinen Drink niemals aus den Augen……!
Upps! Männer scheinen ihren eigenen Geschlechtsgenossen nicht zu trauen. Da ist dann nichts mehr mit „not all men“.
Was erzählen Väter im Gegenzug ihren Söhnen???
Tob dich aus, mein Sohn!
Nimm dir, was du willst!
Du musst ja schließlich deine Erfahrungen machen!
Die Mädchen wollen das ja im Grunde!
Ich stelle diese Fragen ganz im Ernst.
Wie passt das zusammen?
Warum erziehen Väter ihre Söhne nicht so, wie sie wollen, dass diese ihre Töchter behandeln?
Warum sind wir immer noch in einer Gesellschaft, in der Erziehung anscheinend ausschließlich in Frauenhänden liegen muss und zudem nichts gilt? Machen ja nur Frauen, da wird es wohl nicht so schwierig sein. Das schafft Frau doch locker neben ihrem eh schlechter bezahlten Job!!! Und sie ist ja auch dazu geboren. Das ist eben Frauensache!
Wir sind da in Deutschland vielen zum Beispiel skandinavischen Ländern gegenüber weit zurück. Kein Wunder also, dass alte gesellschaftliche Narrative sich immer wieder weiter verfestigen.

Unsere Sprache ist noch zutiefst männlich geprägt
Man könnte meinen, es verursacht körperliche Schmerzen, wenn man eine Sprache nutzt, die nicht automatisch männlich geprägt ist.
Und man könnte annehmen, dass es zum Verlust der deutschen Sprache führt, wenn wir gendern und dass es unser wichtigstes Kulturgut zerstören würde.
Frage aber mal einen (heterosexuellen) Mann nach seinem (Lebens-) Partner – man will ja schließlich nicht gendern!
Uiuiui! Sagen wir mal so – spannendes Thema!
Wenn ein Dieter Nuhr (oh, man, ich habe den wirklich mal geschätzt!) auf der Bühne uns die Deutsche Sprache erklärt, schließlich kommt Lehrer von Lehren. Und Bohrer von Bohren. Er würde ja auch nicht Bohrerin sagen – spätestens dann kommt bei mir
????? Hä?????
Also spätestens dann wird doch allen klar, dass unsere Sprache sicher ein Kulturgut sein mag, aber definitiv männlich geprägt ist. Und Männer auch ängstlich daran festhalten.
Man stelle sich vor, Frauen würden mit Männern genauso sprechen, wie umgekehrt.
- „Mit deinem Körper könntest du bei mir Karriere machen.“
- „Na komm, ein Drink mit mir kannst du dir doch leisten.“
- „Du bist viel zu hübsch, um schon nach Hause zu gehen.“
- „Komm schon, stell dich nicht so an. Das war doch nur ein Kompliment.“
- „Hey Kleiner, du siehst stark aus. Hebst du auch schwere Sachen?“
- Wow, nicht nur hübsch! Du kannst ja sogar einen Computer bedienen.
Wie käme das wohl an bei den Herren der Schöpfung? Rhetorische Frage!
Sprache darf sich ändern. Sie ist nicht fest betoniert und unveränderbar.
Warum fühlen sich manche Menschen dadurch so angegriffen, verletzt oder zurückgesetzt?
Gesucht wird keine Partnerin, sondern eine „Mutter“
Es gibt eine große Diskrepanz zwischen „geteilter Rechnung“ und „Trad Wifes“. Wenn Männer davon reden, dass sie eine echte und weibliche Frau wollen, dann meinen sie nicht, einen Filmstar mit Kurven wie Marylin Monroe. Klar, zum Angeben nett, aber nicht als Partnerin.
Wenn Männer das sagen, meinen sie im Grunde eine Frau, die ihnen alles, was ihnen zu doof ist oder einfach unbequem und anstrengend, klaglos abnimmt. Inklusive jeglicher Verantwortung für Familie, Haus, Garten, Organisation ihrer Arzttermine und der Geschenke zu Weihnachten und Geburtstag für ihre Mütter. So wie ihre Mütter früher all die Jahre.
Immer wieder sehr spannend zu beobachten. Männer verweisen auf geteilte oder getrennte Rechnungen mit dem Vermerk, „Du willst doch schließlich emanzipiert sein.“ Wenn es also um das Bezahlen geht, sind sie sehr schnell dabei, zu erwähnen, dass die Frau doch schließlich ihr eigenes Geld verdient und eigenständig ist.
Aber zuhause ist es selbstverständlich, dass sie kocht, wäscht, bügelt, putzt und alles erledigt. Neben ihrem Job wohlgemerkt. Dann ist da nichts mehr mit du willst doch emanzipiert sein!
Selbst wenn sie ebenfalls Vollzeit arbeitet, glaubt Mann immer noch, er habe das Recht, sich nach der Arbeit auszuruhen, während sie fröhlich weiter schafft.
Bleibt Frau aber zu Hause und überlässt sie das Geldverdienen komplett ihm, wird ganz schnell von „Golddiggern“ gesprochen.
Die modernen Trad-Wifes, die überall in Social Media voll gestylt und mit langen Nägeln verträumt im Kochtopf rühren, Brot und Kuchen backen und das Heim gemütlich und perfekt sauber halten. Das ist es! Dann können sich Männer auf alles andere konzentrieren und mit den Kumpels zum Sport gehen oder ein Bier trinken. Ein Traumleben mit einer unbezahlten Haushälterin, Erzieherin, Privatsekretärin oder Putzfrau.
Also Trad-Wife haben wollen, aber jammern, wenn sie dann eben Hausfrauen sind und dem Vergleich zu der gestylten, eloquenten Kollegin nicht standhalten!! Denn eines ist sicher klar, die gestylte Frau mit super Frisur und kompletten Make-up in schicken Klamotten steckt sicher nicht ihre langen künstlichen Nägel in den Brotteig oder ins Putzwasser und bedient ihren Mann. Die erwartet dann eine Putzfrau!
Tja, Männer, dann müsst ihr erst mal ganz ordentlich vorlegen mit eurem Einkommen, um euch diese Frau leisten zu können!!!
Der Boysclub hat keine Regeln – außer eine: Männer fördern Männer.
Es liegt nicht daran, dass Frauen weniger können! Definitiv nicht!
Das Vorurteil hält sich hartnäckig. Frauen sind nicht so durchsetzungsstark, zu emotional und können nicht Führen!
Das Gegenteil ist der Fall.
Schaut man sich mal die Fakten an, dann machen mehr Mädchen Abitur als Jungen. Die Universitäten sind voll von ambitionierten jungen Frauen.
Trotzdem gibt es mehr „Christians“ in den Vorständen deutscher DAX Unternehmen, als Frauen insgesamt. Das ist gar nicht so neu. Nur der männliche Vorname hat sich immer wieder mal geändert.
Wo sind all die ambitionierten und bestens ausgebildeten Frauen hin?
Das ist relativ einfach erklärt. Männer (be-)fördern Männer.
Der Begriff „Boysclub“ beschreibt kein offizielles Netzwerk – sondern ein System aus informellen Beziehungen, gegenseitiger Förderung und eingeschliffenen Machtstrukturen, von denen überwiegend Männer profitieren.
Kurz gesagt:
Männer fördern oft unbewusst Männer.
Nicht unbedingt aus böser Absicht, sondern weil Menschen dazu neigen, Menschen zu vertrauen, die ihnen ähnlich sind. Gleiche Lebensläufe, ähnliche Erfahrungen, gleiche Netzwerke und auch gleiche Gesprächsthemen. So entstehen Strukturen, in denen Männer sich gegenseitig empfehlen, unterstützen und nach oben ziehen.
Die Folgen sieht man überall:
- Männer empfehlen Männer für Führungspositionen.
- Männer sitzen in entscheidenden Gremien.
- Männer entscheiden, wer sichtbar wird und wer nicht.
Frauen sind dadurch oft nicht Teil dieser Netzwerke. Ihnen fehlen die informellen Zugänge: die Gespräche nach dem Meeting, die Kontakte auf Events, die Empfehlungen hinter verschlossenen Türen.
Und genau dort fallen viele der wichtigsten Karriereentscheidungen.
Der Boysclub funktioniert deshalb nicht durch offene Ausgrenzung – sondern durch eingespielte Gewohnheiten.
Das Problem ist also nicht, dass Männer sich unterstützen.
Das Problem ist, dass die Spielregeln lange Zeit nur für einen Teil der Spieler gemacht wurden.
Es geht nicht darum, dass ein Club durch einen anderen ersetzt wird – sondern darum, dass Netzwerke, Chancen und Einfluss für alle zugänglich werden.
Es wird Zeit!
Die Lohnlücke ist immer noch existent
Frauen sind nicht schlechter und weniger (aus-) gebildet oder weniger kompetent. Sie bleiben allerdings auf der Strecke zwischen Familie versorgen, Kinder erziehen und durch die Schule bringen, sich um die älter werdenden Eltern und Schwiegereltern zu kümmern und den Mann bei seiner Karriere zu unterstützen.
Sie arbeiten deutlich mehr in Teilzeit, um das stemmen zu können. Zudem arbeiten sie öfter in sozialen Jobs, die generell schlechter bezahlt werden und bekommen auch im Jahr 2026 immer noch weniger Geld für die gleiche Arbeit, als Männer. Klar, er muss ja auch Familie und zwei Kinder versorgen, da ist mehr Gehalt und die Beförderung natürlich gerechtfertigt. Sie hat ja Mann und zwei Kinder zu versorgen, da geht das selbstverständlich nicht. Sie wird ja nicht voll arbeitsfähig sein!
Das ganze hat weitreichende Folgen für die Frauen. Sie sind in deutlich höherem Maße von Altersarmut betroffen, als Männer, können oft kein eigenes Vermögen aufbauen und verrichten im Gegenzug und quasi als „Belohnung“ jede Menge kostenfreie und unbezahlte Arbeit, ohne die unsere gesamte Gesellschaft vor die Hunde gehen würde.
Jeder weiß das im Grunde. Ich habe hier ja das Rad nicht neu erfunden und komme mit ganz neuen, bis dato unbekannten Fakten daher. Aber ändern tut sich nichts. Frauen funktionieren weiterhin, oft über die Schmerzgrenze hinaus und Männer nehme das gerne in Kauf. Ist ja bequem.
Änderungen, seitens der Gesellschaft oder der Politik gibt es keine.
Die medizinische Versorgung richtet sich auch 2026 noch verstärkt nach dem männlichen Körper
Das ist auch ein Punkt, der mich immer wieder triggert.
Lange Zeit galt der männliche Körper in der Medizin als „Standard“. Viele medizinische Studien wurden überwiegend oder ausschließlich mit männlichen Probanden durchgeführt. Frauen galten als „zu kompliziert“ für Studien – unter anderem wegen hormoneller Schwankungen oder möglicher Schwangerschaften.
Das Problem:
Ergebnisse, Medikamente und Dosierungen wurden anschließend einfach auf Frauen übertragen.
Dabei unterscheiden sich männliche und weibliche Körper in vielen Punkten: Stoffwechsel, Hormonhaushalt, Körperfettanteil, Herz-Kreislauf-System oder auch die Verarbeitung von Medikamenten. Wenn diese Unterschiede in Studien nicht berücksichtigt werden, kann das zu falschen Diagnosen, weniger wirksamen Medikamenten oder stärkeren Nebenwirkungen führen.
Ein bekanntes Beispiel sind Herzinfarkte. Lange Zeit basierten Diagnosekriterien auf typischen männlichen Symptomen – etwa starken Schmerzen im linken Arm und in der Brust. Frauen zeigen jedoch oft andere Symptome, zum Beispiel Übelkeit, Rückenschmerzen oder extreme Erschöpfung. Dadurch werden Herzinfarkte bei Frauen häufiger zu spät erkannt. Viele Symptome werden schlicht weg als psychosomatisch abgetan und mit Überlastung und Stress erklärt und die notwendige Hilfe bleibt uas.
Das bedeutet nicht, dass Medizin Frauen bewusst benachteiligen will.
Es zeigt vielmehr, dass Forschung lange Zeit von einer männlichen Perspektive geprägt war. Und es haute immer noch ist!
Feministische Perspektiven in der Medizin fordern deshalb etwas sehr Einfaches:
dass Unterschiede zwischen den Geschlechtern ernst genommen werden – damit Diagnosen, Medikamente und Behandlungen für alle Menschen wirklich funktionieren.
Ist das zu viel verlangt? Ich frage für eine Freundin!

Feminismus bedeutet nicht, dass Frauen gewinnen sollen – sondern dass niemand mehr verliert.
Ja, vielleicht war ich mit diesem Blog etwas wütender, als sonst. Ich nehme ja lieber alles mit etwas mehr Humor. Aber manchmal reicht das eben nicht! Und manchmal vergeht auch mir das Lachen.
Vor allem, wenn eine Änderung doch eigentlich gar nicht so schwer wäre und sie allen Geschlechtern nutzen würde.
Gesellschaften mit mehr Gleichstellung sind wirtschaftlich erfolgreicher, innovativer und sozial stabiler. Feminismus ist deshalb kein „Frauenthema“, sondern ein Fortschritt für alle.
Es geht nicht um Männer-Bashing und um die Frage, ob ein Alleinleben für Frauen der einzig wahre Weg ist! (Wird uns ja oft vorgeworfen) Mitnichten!
Es geht darum, dass Männer ihren Teil der Verantwortung übernehmen. Für die Familie, die eigenen Eltern, die Umwelt, die Wirtschaft und die ganze Welt.
💡 Kurz gesagt: Feminismus ist kein Relikt aus der Vergangenheit, sondern ein Werkzeug, um bestehende Ungleichheiten sichtbar zu machen und echte Chancengleichheit zu schaffen. Und das zum Wohle aller, auch der Männer. Es fühlt sich am Anfang vielleicht an, wie ein Verlust (alter Privilegien). Aber unterm Strich gewinnen wir alle. Sie auch!
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