„There is a special place in hell for women who do not help other women.“
– Madeleine Albright
Dieser Satz ist provokant. Und genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Denn wenn wir ehrlich sind, steckt darin eine unbequeme Wahrheit:
Viele Frauen erleben andere Frauen nicht automatisch als Unterstützung – sondern als Vergleichsfläche.
In einem Live-Gespräch aus meiner Reihe „Just be unlimited – zwischen Tabubruch und Tacheles“ habe ich gemeinsam mit Adeline Gogosanu, Gründerin der Business Perlen, genau darüber gesprochen.
Warum fällt es Frauen oft so schwer, sich gegenseitig wirklich zu stärken?
Und noch wichtiger: Was hat das eigentlich mit uns selbst zu tun?

Der Vergleich beginnt oft früher, als wir denken
Eine der zentralen Erkenntnisse aus unserem Gespräch war, dass Frauen sich oft stärker miteinander vergleichen als Männer.
Nicht immer laut. Und auch nicht immer direkt.
Aber konstant. Dauerhaft. Immer!
Dieser Vergleich ist selten neutral.
Er ist oft verbunden mit einer inneren Bewertung:
„Sie ist erfolgreicher.“
„Sie wirkt souveräner.“
„Sie hat etwas, das ich nicht habe.“ „Sie ist schlanker, schöner, jünger….!“
Und genau hier kippt etwas.
Denn in dem Moment, in dem du dich selbst im Vergleich kleiner machst,
wird es schwer, die andere Frau wirklich zu feiern.
Das Gegenteil passiert. Anstatt andere Frauen auf ihrem Weg zu unterstützen, versuchen wir sie schlecht zu machen.
„Die arrogante Tussi!“
„Die hat den Job nur wegen der Quote!“
„Die hat sich bestimmt hochgeschlafen!“
„Wie ist die an den Kerl gekommen!“o9o8
„Schau mal, wie die aussieht!“
Adeline hat in unserem Gespräch sehr offen geteilt, dass sie selbst früher genau in solchen Mustern war. Dass sie kritisch auf andere Frauen geschaut hat.
Nicht, weil sie ihnen nichts gönnte, sondern weil sie selbst unsicher war.
Und Hand auf`s Herz, wer kann sich ganz davon freisprechen? Also ich definitiv nicht!
Und das ist ein entscheidender Punkt:
👉 Der Vergleich ist selten das Problem.
👉 Die Bedeutung, die wir ihm geben, ist es.
Warum Frauen Komplimente so schwer annehmen können
Ein weiteres Thema, das viele Frauen betrifft, ist der Umgang mit Anerkennung.
Du kennst das vielleicht:
Jemand macht dir ein ehrliches Kompliment.
Und statt es anzunehmen, relativierst du es sofort.
„Ach, das war nichts.“
„So gut war das gar nicht.“
„Andere können das viel besser.“
Das wirkt harmlos. Fast bescheiden.
In Wahrheit zeigt es etwas anderes:
Viele Frauen haben nie gelernt, ihren eigenen Wert wirklich anzunehmen.
Und das hat Konsequenzen.
Denn wenn du deinen eigenen Wert nicht spürst,
wird es schwer, den Wert anderer Frauen zu sehen, ohne dich selbst in Frage zu stellen.
Unterstützung entsteht aber genau dort:
Nicht im Außen.
Sondern in deiner inneren Stabilität.

Konkurrenz ist oft ein Zeichen von Mangel
Ein Gedanke, der im Gespräch besonders hängen geblieben ist, war dieser:
Konkurrenz zwischen Frauen entsteht selten aus Stärke.
Sie entsteht aus einem Gefühl von Mangel.
Aus dem Gefühl, dass es nicht genug gibt.
Nicht genug Erfolg.
Nicht genug Sichtbarkeit.
Nicht genug Anerkennung.
Und wenn du glaubst, dass jemand anderes dir etwas „wegnimmt“,
wird Unterstützung fast unmöglich.
Dabei ist genau das eine der größten Illusionen.
Erfolg ist kein begrenztes Gut.
Sichtbarkeit ist kein Kuchen, der kleiner wird, wenn andere ein Stück bekommen.
Und trotzdem handeln viele Frauen genau so, als wäre es das.
Die Rolle von Prägung und gesellschaftlichen Mustern
Ein wichtiger Teil dieser Dynamik liegt in unserer Prägung.
Frauen wurden über Generationen hinweg dazu erzogen:
👉 sich anzupassen
👉 nicht zu laut zu sein
👉 sich nicht in den Vordergrund zu stellen
Das galt als unfein, nicht damenhaft und als zu männlich.
Ja, auch ich habe das in meiner Kindheit und Jugend oft genug gehört.
„Benimm dich einfach mädchenhafter!“
Gleichzeitig gab es wenig Raum für echte weibliche Netzwerke, in denen gegenseitige Unterstützung selbstverständlich war.
Stattdessen entstand häufig ein unterschwelliger Wettbewerb.
Wer ist „besser“?
Wer macht es „richtiger“?
Wer wird gesehen?
Und vor 80 oder auch noch 60 Jahren war das auch völlig normal. Schließlich ging es ja für eine junge Frau in erster Linie darum, einen guter Ernährer zu finden. Also was das persönliche Ziel, eine möglichst perfekte „Frau“ zu sein. Karriere, Selbsterfüllung, das war damals nicht relevant
Diese Muster wirken bis heute – oft unbewusst.
Und sie zeigen sich besonders deutlich im Berufsleben.
Viele Frauen trauen sich weniger zu, äußern sich vorsichtiger und hinterfragen sich stärker. Gleichzeitig beobachten sie andere Frauen sehr genau – und bewerten sich selbst im Vergleich.
Warum sich gerade jetzt etwas verändert
Und trotzdem gibt es eine Entwicklung, die Hoffnung macht.
Die jüngere Generation geht oft anders mit sich selbst um.
Selbstbewusster.
Klarer.
Direkter.
Viele junge Frauen stellen sich weniger infrage und gehen selbstverständlicher für sich los.
Ja, wir sind langsam und noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Und manchmal habe ich sogar das Gefühl, wir machen Rückschritte.
Es zeigt aber auch: Veränderung ist möglich.
Allerdings beginnt sie nicht im Außen.
Sie beginnt bei jeder einzelnen Frau.
Was echte Unterstützung wirklich bedeutet
Unterstützung zwischen Frauen ist mehr als ein Kommentar unter einem Beitrag.
Mehr als ein „Like“.
Mehr als ein oberflächliches „Du schaffst das schon“.
Es ist vor allem ein vorurteilsfreie Blick auf eine andere Person.
Echte Unterstützung bedeutet:
👉 einer anderen Frau Raum zu geben, ohne dich selbst kleiner zu fühlen
👉 ehrlich anzuerkennen, was sie erreicht hat
👉 und gleichzeitig deinen eigenen Weg nicht infrage zu stellen
Das klingt einfach.
Ist es aber nicht.
Denn es setzt voraus, dass du mit dir selbst im Reinen bist.

Der wichtigste Perspektivwechsel
Am Ende läuft alles auf einen entscheidenden Punkt hinaus:
👉 Solange du glaubst, dass jemand anderes „mehr“ ist als du, wirst du dich immer vergleichen.
👉 Und solange du dich vergleichst, wird echte Unterstützung schwer.
Der Schlüssel liegt nicht darin, dich nie wieder zu vergleichen.
Wäre ja auch Blödsinn. Jeder sportliche Wettkampf ist ein Vergleich. Allerdings immer ein Vergleich auf Augenhöhe, zwischen Athletinnen, in der gleichen Sportart. Keine Läuferin vergleicht sich mit einer Boxerin.
Der Schlüssel liegt darin, die Bedeutung zu verändern.
Nicht: „Sie ist besser als ich.“
Sondern: „Sie zeigt mir, was möglich ist.“
Dein Impuls
Vielleicht nimmst du aus diesem Text eine einfache, aber ehrliche Frage mit:
Wie reagierst du wirklich, wenn du eine schöne, erfolgreiche Frau siehst?
Freust du dich?
Oder beginnt sofort ein innerer Vergleich?
Und wenn ja:
Was sagt das über dich aus – nicht über sie?
Denn genau hier beginnt Veränderung.
Nicht im Verhalten der anderen.
Sondern in deinem eigenen Blick.
Und vielleicht ist genau das der erste Schritt zu dem, was wir eigentlich brauchen:
Mehr Frauen, die sich nicht vergleichen –
sondern sich gegenseitig aufrichten.
Nicht irgendwann.
Sondern jetzt.
Hier kannst du die gesamte Folge als Podcast hören oder als YouTube Video anschauen.

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