Es gibt einen Satz, den ich in den letzten Jahren sehr oft gehört habe. Vielleicht hast du ihn selbst auch schon einmal gedacht oder ausgesprochen:
„Ich möchte mich nicht in den Vordergrund stellen.“
Was auf den ersten Blick bescheiden klingt, ist auf den zweiten Blick oft etwas ganz anderes. Es ist kein bewusster Rückzug. Es ist auch keine klare Entscheidung gegen Sichtbarkeit. Es ist vielmehr ein Zustand dazwischen. Ein leises Zurückhalten. Ein Abwarten. Ein inneres Zögern.
Du bist da nicht alleine!
Ich kenne das gut. Ich war lange Zeit auch nicht die Frau, die Räume dominiert hat. Große Bühnen waren nie mein natürlicher Ort. Und lange Zeit habe ich gedacht, dass genau das der Grund ist, warum Sichtbarkeit für mich nicht wirklich passt.
Es hat mich wirklich Überwindung gekostet, mich zu zeigen.
Ich als kleine, dicke (und heute „alte“) Frau zwischen all den so viel schöneren, schlankeren und vermeintlich besseren jungen Frauen.
Auch heute finde ich es nicht prickelnd, mich für Instagram und Co. zum Horst zu machen.
Wir stehen uns oft selbst im Weg
Bis ich verstanden habe, dass ich mir damit selbst im Weg stehe.
Denn Sichtbarkeit hat nichts mit Lautstärke oder einem lustigen oder sogar albernen „Zurschaustellen“ auf Social Media zu tun.
Sie hat nichts damit zu tun, ob du extrovertiert bist oder gerne im Mittelpunkt stehst. Sichtbarkeit beginnt an einer ganz anderen Stelle. Sie beginnt mit einer Entscheidung.
Die Entscheidung, dich nicht länger zurückzunehmen.
Was ich im Vertrieb gelernt habe
Mehr als zwanzig Jahre habe ich im klassischen Vertrieb gearbeitet. In einer Welt, in der viele denken, es geht nur um Zahlen, Druck und Abschlüsse. Und ja, das gehört dazu. Aber das ist nicht alles, was diese Welt wirklich ausmacht.
Was ich dort gelernt habe, ist etwas viel Grundsätzlicheres.
Wir alle verkaufen. Jeden Tag. Und am meisten verkaufen wir uns selbst.
Wir tun das in Gesprächen mit unserem Partner.
Im Austausch mit unseren Kindern.
Im Job mit Kolleginnen und Vorgesetzten.
In Freundschaften. In kleinen und großen Situationen.
Wir zeigen, wer wir sind. Wofür wir stehen. Was wir können. Und was wir wollen.
Oder wir tun genau das nicht.
Und genau hier beginnt das Thema Sichtbarkeit.
Nicht bei Social Media. Nicht bei Strategien. Nicht bei der Frage, wie oft du postest oder welche Plattform du nutzt.
Sondern bei der Frage, ob du bereit bist, dich zu zeigen.

Frauen bringen so viel auf`s Tablett
In meiner Arbeit begleite ich viele Frauen, die unglaublich viel mitbringen. Sie sind klug, reflektiert, gut ausgebildet und haben Fähigkeiten, die wirklich etwas bewegen könnten. Und trotzdem höre ich immer wieder ähnliche Sätze.
„Ich will mich nicht aufdrängen.“
„Ich bin noch nicht so weit.“
„Ich brauche noch mehr Sicherheit.“
Und jedes Mal denke ich: Es fehlt nicht an Können. Es fehlt an Erlaubnis.
Die eigene Erlaubnis, sichtbar zu sein.
Denn was viele Frauen unterschätzen, ist das, was sie früh gelernt haben. Sätze wie „Sei nicht so laut“ oder „Stell dich nicht in den Mittelpunkt“ wirken oft viel länger, als uns bewusst ist.
Sie prägen unser Verhalten, unsere Entscheidungen und vor allem unser Selbstbild.
Sie sorgen dafür, dass wir uns zurücknehmen, obwohl wir längst bereit wären, nach vorne zu gehen.
Ich habe mich viele Jahre intensiv mit der Frage beschäftigt, warum Menschen so handeln, wie sie handeln. Warum sie sich klein machen, obwohl sie so viel zu geben hätten. Warum sie zögern, obwohl sie längst spüren, dass da mehr möglich ist.
Und ich habe erkannt, dass Veränderung nicht im Außen beginnt.
Sie beginnt immer innen.
Mit einem ehrlichen Blick auf sich selbst. Mit der Bereitschaft, alte Muster zu hinterfragen. Und mit der Entscheidung, nicht länger darauf zu warten, dass der richtige Moment kommt.
Denn dieser Moment kommt nicht.
Er entsteht, wenn du dich entscheidest.
Für mich persönlich war Sichtbarkeit lange kein leichtes Thema. Nicht, weil ich nichts zu sagen hatte. Sondern weil ich mich immer wieder gefragt habe, ob ich es wirklich zeigen sollte. Ob ich wirklich gut genug bin, um mich zeigen zu dürfen. Schön genug, schlau genug, genug Wissen, Erfahrung, what ever!

Was ist daraus gelernt habe
Heute weiß ich, dass genau das der falsche Ansatz war.
Es geht nicht darum, ob du etwas zeigen solltest.
Es geht darum, dass du es tust.
Weil deine Stimme einen Unterschied macht.
Weil deine Perspektive wichtig ist.
Und weil es Frauen braucht, die sich zeigen.
Heute liebe ich die Sichtbarkeit.
Ich mag Bühne und ein Mikrofon.
Menschen und Publikum sind für mich nicht mehr angstbesetzt, sondern ein echter Energiebooster.
Und klar habe ich Lampenfieber vor Publikum!
Ja, ich sitze vor dem weißen Blatt Papier und denke, OMG, was soll ich denn (über mich) schreiben!
Aber für mich geht es nicht mehr darum, was ich sage oder schreibe, sondern darum, dass ich es tue! Mit dem Mut zur Lücke, zu Pleiten, Pech und Pannen und auch so mancher Peinlichkeit.
So what! Sollen es andere doch erst mal besser machen!

Genau aus diesem Grund bedeutet es mir auch so viel, Teil der ersten Ausgabe des neuen SichtbarkeitsJournals zu sein.
Dieses Journal ist mehr als eine Sammlung von Artikeln. Es ist ein Raum für echte Geschichten. Für Frauen, die ihren Weg gehen. Nicht perfekt. Nicht geradlinig. Sondern ehrlich.
Und das tolle ist, du kannst diese online-Magazin kostenfrei bekommen.
Einfach anmelden und dann als richtig tolle Magazin zum Blättern in dein Postfach bekommen.
Ich habe in meinem Beitrag darüber geschrieben, warum Frauen sich so oft zurücknehmen und was wirklich dahinter steckt. Über alte Prägungen, leise Erwartungen und die Momente, in denen wir spüren, dass etwas nicht mehr passt.
Und ich habe darüber geschrieben, was passiert, wenn wir aufhören zu warten.
Wenn wir anfangen, uns selbst ernst zu nehmen.
Wenn wir uns erlauben, sichtbar zu sein.
Ich freue mich sehr, Teil dieser ersten Ausgabe zu sein, weil ich überzeugt bin, dass genau solche Formate wichtig sind. Sie zeigen, dass Sichtbarkeit nicht perfekt sein muss. Sie zeigen, dass es viele Wege gibt. Und sie machen Mut, den eigenen zu gehen.

Vielleicht nimmst du aus diesem Newsletter einen Gedanken mit.
Nicht als große Aufgabe. Nicht als To do.
Sondern als Einladung.
Wo in deinem Leben hältst du dich gerade noch zurück, obwohl du eigentlich spürst, dass da mehr ist?
Wo wartest du noch, obwohl du längst entscheiden könntest?
Und was wäre ein kleiner Schritt, den du heute gehen könntest, um dich ein Stück mehr zu zeigen?
Sichtbarkeit beginnt nicht mit einem großen Auftritt.
Sie beginnt mit einem ehrlichen Ja zu dir selbst.
Und vielleicht ist genau jetzt der Moment, in dem du dieses Ja ein Stück lauter werden lässt.
Buchtipp

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